Der Morgen an der Tür von Kindergarten oder Schule ist für viele Familien ein besonderer Moment. Alle haben es eilig, das Kind ist vielleicht noch nicht ganz wach, und der Abschied fällt manchmal schwer. Ein fester, kurzer Abschied kann helfen. Er gibt dem Moment eine Form, die das Kind kennt, und den Erwachsenen ein gutes Gefühl, weil klar ist, wie er abläuft und wann er zu Ende ist.
Überlegt gemeinsam, wie euer Abschied aussehen soll. Das kann ein Satz sein, den ihr immer sagt, ein Handschlag, eine Umarmung oder ein kleines Zeichen mit der Hand. Wichtig ist, dass es jeden Tag gleich bleibt und dass beide es kennen. Probiert einige Varianten aus, bis ihr eine findet, die euch beiden gefällt. Kinder erfinden oft selbst die besten Rituale, und ein Bussi gehört bei vielen einfach dazu.
Kurz, freundlich und klar
Ein guter Abschied ist kurz. Wenn er zu lange dauert, wird er für alle schwerer. Sag, was ihr immer sagt, gib die Umarmung, und dann winke noch einmal, bevor du gehst. Bleib nicht länger stehen, als ihr vereinbart habt. Das Kind merkt, dass der Abschied verlässlich ist, und weiß, dass es danach mit den anderen weitermacht und dass der Tag seinen Lauf nimmt.
Sag dem Kind, wann und wie es wieder abgeholt wird, in einfachen Worten: Nach der Jause komme ich, oder: Die Oma holt dich heute ab. So weiß das Kind, was nach dem Abschied kommt. Manchen Kindern hilft ein kleines Ding in der Jackentasche, ein glatter Stein, ein Bild oder ein Tuch, das nach zu Hause riecht. Es erinnert sie daran, dass jemand an sie denkt.
Wenn der Abschied einmal nicht klappt, ist das nicht schlimm. Bleib freundlich und übergib das Kind ruhig an die Betreuungsperson. Am Nachmittag kannst du in Ruhe fragen, wie der Tag war, und darüber sprechen, wie es morgen laufen kann. Gemeinsam findet ihr die passende Form. Mit der Zeit wird der Abschied zu einem Teil des Alltags, auf den sich beide verlassen können, und der Morgen an der Tür verliert seinen Schrecken.